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Lehesten - Altvaterturmfest lockt auf den Wetzstein

Das diesjährige Altvaterturmfest konnte mit einigen Besonderheiten aufwarten. So wurde am Samstag die Ausstellung 'Hanns Hopp, ein Architekt in vier Epochen', die von Schülerinnen des Gymnasiums Saalfeld entwickelt wurde, eröffnet. (siehe auch: https://www.otz.de/regionen/saalfeld/der-altvaterturm-ein-denkmal-mit-zukunft-id226680535.html)

v.l.: Willi Rimpl, Bürgermeister Rene Bredow, Manfred Eisoldt, die Schülerinnen und Maik Kowalleck als Initiator.(Foto: Facebook)

 

Der Sonntag begann mit einem feierlichen Gottesdienst, dem 140 Besucher beiwohnten. Da die Elisabethkapelle höchstens 80 Menschen Platz bietet wurden kurzerhand beide Flügeltüren zur Freilichtbühne geöffnet und die restlichen Gottesdienstbesucher nahmen in der Freilichtbühne Platz. Pfarrer Detlef Pötzl aus Teuschnitz, der kurzfristig eingesprungen war, freute sich, so viele Gläubige begrüssen zu können und sprach in seiner Predigt Mut zu, die Zukunft positiv zu gestalten. Die Altvaterrunde Stuttgart übernahm Schriftlesung und Fürbitten. Der Gesangverein MGV 1908 Ehringshausen e.V. aus Hessen bereicherte den Gottesdienst mit zwei Liedvorträgen. Die restlichen Lieder entstammten der Schubertmesse und wurden von allen Besuchern gesungen.

Im Anschluss an den Gottesdienst stellte Frau Gerda Ott die Ausstellung 'Die Sudetendeutschen' vor, die als zweite Wechselausstellung mindestens noch vier Wochen im Turm zu sehen sein wird.

Anschliessend sprach Bürgermeister Jürgen Mock aus Ehringshausen, der mit einer 50-köpfigen Reisegruppe eine Zweitagesfahrt zum Altvaterturm begleitete, ein Grusswort:

 

"Liebe Reisegruppe aus Ehringshausen, liebe Freunde aus Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg,

 

zum Altvaterturmfest darf ich Ihnen die herzlichsten Grüße der Gremien der Gemeinde Ehringshausen übermitteln.

 

30 Jahre Mauerfall und 15 Jahre Altvaterturm; das feiern wir hier gemeinsam im Anschluss an den Gottesdienst an diesem Wochenende. Ein besonderer Dank gilt den Organisatoren des Altvaterturmvereins und allen Mitwirkenden. Der Altvaterturm und Ehringshausen sind auf besondere Weise miteinander verbunden. Vor 15 Jahren war es Kurt Weese, der hier die Einweihung feiern durfte und heute ist es sein Sohn Bernard Weese, der als Vorsitzender die Geschicke des Vereins lenkt. Als Mahnmal für die Vertreibung von vielen Millionen Menschen nach dem großen Krieg drückt dieses Denkmal Hoffnung auf Versöhnung der damaligen Gegner aus und erzählt in eindrucksvoller Weise die Geschichte der Vertreibung.

 

Vor 30 Jahren war hier noch militärisches Sperrgebiet und wer ehrlich ist, der hat von der Wiedervereinigung zwar geträumt, aber sie nicht für möglich gehalten. Die friedliche Revolution, die in Leipzig ihren Anfang nahm, hat ein System zum Einsturz gebracht, das den Menschen keine Meinung- und Reisefreiheit ermöglichte. Das alles ist Vergangenheit und unsere Nachkommen werden das irgendwann nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen. Wir, die das alles live oder vor den Bildschirmen verfolgt haben, müssen die Ereignisse von 1989 immer wieder in unseren Herzen bewegen, insbesondere wenn die zum Teil noch unterschiedlichen Verhältnisse in Ost und West zu unschönen Diskussionen führen. Wir sollten dankbar sein für das Leben, das wir in Frieden in Deutschland und Europa seit über 70 Jahren führen dürfen. Krieg, Vertreibung und Flucht sind so alt wie die Menschheitsgeschichte und wird es vermutlich immer wieder geben. Möge der Herr uns zu mehr Verstand verhelfen. Mögen Feste und Begegnungen wie an diesem Wochenende dazu dienen, uns ohne Zorn an Vergangenes zu erinnern, die Gegenwart zu genießen und die Zukunft sinnvoll zu gestalten.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein schönes und friedliches Fest und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit."

Bürgermeister Jürgen Mock bei seinem Grusswort zwischen 'Tür und Angel'. Auf der Freilichtbühne musste Platz genommen werden, da die Eliabethkapelle überfüllt war. (Fotos: Gerhard Schmidt)

 

 

Der Vorsitzende des Altvaterturmvereins begrüsste anschliessend kurz die Gäste und bat verdiente Mitglieder stellvertretend für die vielen Helfer des Turmbaues zu einem Gruppenfoto.

von links: Edmund Reinelt hat aktiv beim Bau über viele Jahre ehrenamtlich als Maurer Hand angelegt. Er hat viele Busfahrten zum Turm organisiert und ist als Beisitzer im Vorstand tätig. Frau Hochfeld ist stellvertretend für ihren verstorbenen Vater Karl Bido geehrt worden. Karl Bido hat in den 80er und 90er Jahren die Backsteine geputzt, aus denen der Turm zum Grossteil gebaut ist, er hat die Holzschindeln des Ausgangsbauswerks hergestellt und bei der Herstellung der Aussenfassade geholfen. Alfred Lehmann ist ein Mann der ersten Stunde.  Er hat beim Fundament und Kellerwerk als gelernter Maurer ehrenamtlich mitgeholfen, zusammen mit dem damaligen Ministerpräsident Bernhard Vogel den Grundstein zum Turm gelegt und ist als Vereinsmitgled immerwieder dabei, zu helfen, sei es beim Fest oder sonstigen Aktivitäten. Kurt Weese als Ehrenvorsitzender bedankt sich bei diesen Dreien, die stellvertretend für viele Menschen stehen, die ehrenamtlich ihre Freizeit für den Turmbau geopfert haben. Vielen Dank! (Foto: Gerhard Schmidt, Ehringshausen)

 

 

Der Karnevals-Club-Lehesten und der Wirt des Altvaterturmes versorgten anschliessend die Gäste mit verschiedensten Leckereien. Die Gruppe 'Blue Rock' unterhielt im kleinen Zelt. Um 14:00 Uhr wechselten sich dann die Alphornbläser Haselbach (Thüringen) mit dem MGV Ehringshausen (Hessen) mit volkstümlichen Weisen ab und gaben ein kleines Platzkonzert auf der Fläche vor der Eingangstür.

Allen Aktiven, die dieses Fest ermöglicht haben sei hier nochmals grosser Dank ausgesprochen. Vor allem den Orgnisatoren vor Ort, Herrn Wili Rimpl, Herrn Manfred Eisoldt und Herrn Patschefeld vom Karnevals-Club, aber auch unserem neuen Wirt, Herrn Gromer.

Im kleinen Zelt spielte die Formation 'Blue Rock' und die Hüpfburg war für die Kleinen aufgestellt. (Foto: privat)

 Alphornbläser Simone und Benno aus Haselbach erfreuten das Publikum mit meditativ schönen Klängen und unterhaltsamen Ansagen. Danke! (Foto: Gerhard Schmidt)

 Eine kleine Formation des MGV Ehringshausen (Hessen) testete die Akkustik vor dem Turm mit Volkslieder der 'Langgönser Chorblätter' von Werner Jung Faber wie z.B. 'Hohe Tannen' oder 'Die Gedanken sind frei'. (Foto: Gerhard Schmidt)

 

 Da schliesse ich mich der 'OTZ' (Ostthüringenzeitung) gerne an: 'Der Altvaterturm ist ein Denkmal mit Zukunft'

Bernard Weese, 1.Vors.

 

 

 

 

 

 

 

Altvaterturmfest 2019 - Programm

30 Jahre Mauerfall - 15 Jahre Altvaterturm

Tage der Begegnung am 3.8. und 4.8.2019

Veranstaltungen finden auf der Freilichtbühne, in der Elisabethkapelle und im Festzelt statt.

Samstag 3.8.2019

10:30                      Eröffnung der Ausstellung 'Architekt in vier Epochen' - Das Wirken des Architekten Hanns Hopp (1890-1971)

                              (Eine Seminararbeit von Schülern des Heinrich-Böll-Gymnasiums Saalfeld)

13:00                      Musikalische Unterhaltung im Aussenbereich und Festzelt mit Tontechnik des Karneval-Clubs-Lehesten e.V.

 

Sonntag 4.8.2019

10:30                      Gottesdienst in der Freilichtbühne/Elisabethkapelle mit Pfarrer Detlef Pötzl, Teuschnitz,

                              unter Mitwirkung des Gemischten Chores des MGV 'Eintracht' 1908 Ehringshausen e.V./Hessen

anschliessend            Grusswort des Bürgermeisters Jürgen Mock aus Ehringshausen/Hessen

                              Vorstellung der Ausstellung 'Die Sudetendeutschen' durch Frau Gerda Ott, Stuttgart

14:00                      Livemusik einer Lehestener Band

                              Haselbacher Alphornbläser 'Simone und Benno'

                              Gemischter Chor des MGV 'Eintracht' 1908 Ehringshausen e.V./Hessen

 

Ende der Veranstaltung an beiden Tagen ca. 17:00 Uhr

 

Die Wanderausstellung 'Die Sudetendeutschen' ist ebenfalls im Turm zu besichtigen neben den festen Ausstellungsräumen: Raum 'Nordmähren', Raum 'Sudetenschlesien' mit Mineralienausstellung, Raum 'Zuckmantel', Raum 'Schlesien', Raum 'Lehesten - Wetzstein', Raum 'BdV - Übersicht Vertreibungsgebiete', Raum 'Mährisch-Schönberg' mit Tesstalbahn, Raum 'Ostpreussen'.

An beiden Tagen werden auf Wunsch Vorträge zum Bauwerk 'Altvaterturm' und seinen geschichtlichen Inhalten angeboten.

Die Bewirtung in den Gasträumen des Turmes erfolgt durch den Wirt entsprechend dem Tagesangebot mit warmen Speisen, Getränken, Kaffee, Kuchen und Eis.

Im Aussenbereich sowie im Festzelt sorgen Mitglieder des Karneval-Clubs-Lehesten mit 'Thüringer Spezialitäten' vom Rost sowie mit einer reichen Auswahl an Getränken für das leibliche Wohl unserer Gäste.

 

Für unsere kleinen Gäste halten wir bei gutem Wetter eine Hüpfburg bereit.

Der Altvaterturmverein e.V. freut sich auf ihren Besuch und wünscht eine gute Anreise.

 

Achtung Verkehrseinschränkung

 

 

 

Zuwegungen zum Altvaterturm an beiden Tagen (03. + 04.08.2019)

 

 

 

Nahbereich

 

 

 

Die Zufahrt zum Turm ab Landstraße ist für Busse, PKW und Krad frei. Sie erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Die maximale Geschwindigkeit nach Anordnung des Thür. Forst beträgt 20 km/h.

 

 

 

Parkplätze in Nähe des Turmes werden durch beauftragte Personen zugewiesen. Es besteht Parkverbot ab Landesstraße Lehesten – Brennersgrün bis zum Turm.

 

 

 

Für Besucher, die den Turm wandernd erreichen wollen, gibt es die Parkplätze P5, P6, P7.

 

 

 

Fernbereich

 

 

 

In Lehesten ist die Zufahrt ab Ortseingang von Steinbach am Wald kommend wegen Bauarbeiten bis zum Marktplatz in Lehesten gesperrt.

 

 

 

Daher wird folgendes empfohlen: